Gisela und Uwe auf Langfahrt

Ende unserer Seereise

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Gestern war ein denkwürdiger Tag für uns. Wir haben beschlossen, nicht mehr auszulaufen und haben einen Dreimonatsvertrag für den Liegeplatz der Venus mit der Rebak Marina abgeschlossen. Wir wollen in Ruhe unseren Auszug vorbereiten, packen, die Venus in optimalem Zustand vorführen können und hinterlassen.
Bei uns beiden überwiegen neben der Wehmut die Erleichterung und die Dankbarkeit, dass wir unsere Reise über die Meere gesund und ohne Schiffbruch bis hierher haben machen dürfen. Besonders Uwe gebührt Dank, denn ausschließlich er hat das Schiff sicher geführt, bei allen technischen Pannen eine Lösung gefunden und ist mit Gisela zu ihren Traumzielen gefahren.
Es war eine wunderbare Zeit, die Erfüllung unser beider Lebenstraum! Einerseits wegen des Lebens mit der Natur, ob beim Segeln, beim Betrachten der Meeresflora und -fauna oder auch der tropischen Flora und Fauna an Land. Andererseits wegen der (buchstäblichen) Erfahrung fremder Gestade, des Kennenlernens fremder Kulturen und Menschen und ihrer Lebensweisen. Ob im Mittelmeer in so unterschiedlichen Ländern wie Italien, Tunesien, Griechenland und Türkei, Syrien, Libanon, Israel oder dann auf den Antillen in der Karibik, den ABC-Inseln, in Kolumbien und Panama und erst recht in der Südsee, es hat uns ungemein bereichert, überall für längere Zeit leben zu dürfen! Auch wenn die Pazifikinseln für uns unübertroffen bleiben, sind wir glücklich, noch Indonesien,  Malaysia und ein wenig von Thailand gesehen zu haben.
Was es uns zusätzlich schwer macht, von dieser Lebensform Abschied zu nehmen, wofür wir aber dankbar sind, dazugehört zu haben, ist die wunderbare Gemeinschaft aller, die genauso leben. Über die zwölf Jahre als liveaboards haben wir uns als Teil einer großen Seglerfamilie gefühlt und die wird uns wirklich fehlen!
Trotzdem sind wir beide auch erleichtert, jetzt ein weniger anstrengendes Leben an Land weiterzuführen. Wir freuen uns darauf, Kindern und Enkeln häufiger nah zu sein, auf unsere neue Wohnung in Düsseldorf und Reisen an Land!

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Um kurz nach zehn heute Morgen ging unsere Fähre nach Port Cenang. Es dauerte nur zehn Minuten, bis wir dort ankamen. Unsere Nachbarn mit fünf Kartons voller Sachen waren dabei und Dagmar und Christoph von der Flomaida, die wir kennengelernt hatten, als sie in Pangkor Marina mit der Sail Malaysia waren.
Unsere Wege trennten sich bei der Ankunft. Sie bestiegen ihre Leihautos,  wir machten uns zu Fuß auf den Weg. Unser Wunsch war, die preiswerten Unterkünfte anzusehen, die wir auf TripAdvisor in der Nähe des Fähranlegers gefunden hatten. Vor unserem Abflug am 1. April wollen wir nicht mehr auf der Venus wohnen, um sie ordentlich hinterlassen zu können.
Wir sind in den Ort Cenang gegangen und haben die Unterkünfte angesehen, die nicht direkt am Strand lagen. Dafür aber sehr ländlich mit Ausblick auf Reisfelder, Viehweiden und Berge.

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Eine Pause haben wir in einem Lokal mit arabischem Essen eingelegt und Hummus, Auberginenpürree, Salat und Fladenbrot genossen. Sehr lecker!

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Auf dem Rückweg zur Fähre haben wir kurz einen Blick auf den Strand geworfen.

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Vom letzten infrage kommenden Quartier führte ein Fußweg an einem Fluss entlang direkt zum Fähranleger.

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Um auf die Fähre zu warten, gab es extra ein Häuschen mit Sitzgelegenheiten.

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Sehr komfortabel für die Resortgäste und auch für uns. Und dazu umsonst! Die Resortgäste zahlen für ihre Unterkunft täglich € 130.- und wir in der Marina € 15.- .
Das Resort haben wir gestern angesehen, aber am Pool war es uns zu voll. Zum Sundowner sind wir dann in die Strandbar gegangen, haben unser Bier getrunken und die Atmosphäre genossen.
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Rebak Marina

Gestern gegen Mittag sind wir die paar Meilen von Telaga harbour zur Rebak Marina gefahren und wurden sehr professionell in Empfang genommen. Über Funk haben wir unsere Ankunft mitgeteilt, nachdem wir ja schon ein paar Tage vorher über Internet reserviert und bezahlt hatten. Uns wurde unser Liegeplatz zugewiesen und erst dann durften wir in die Marina einfahren. Beim Festmachen haben ein Angestellter und unser Bootsnachbar von der Alaeris geholfen. Alex, ein Deutscher, der in USA lebt, und seine Frau Iris kennen uns aus Raiatea. Da haben wir an der Hafenmauer von Uturoa zusammen gelegen. Wir erinnern uns an die Gesichter, aber an mehr nicht. Die beiden sind erst Anfang vierzig und scheinen auch einen Auszug aus dem Boot zu planen. Jedenfalls haben sie heute Gepäck verschickt und leere Kartons an Bord getragen. Das trifft sich gut, weil wir sie um Rat fragen können für unseren Auszug aus der Venus.
Direkt nach dem Anlegen hat die Waschmaschine ihre Arbeit begonnen, denn für den Besuch der Maklerin heute sollte ja alles pikobello an Bord sein. Das Wetter spielte auch mit und bescherte uns Wind und Sonne.
Im Marinabüro mussten wir uns bis 15 Uhr melden und bekamen eine Einweisung in die Anlage. Wie in der Boat Lagoon Marina gehört auch hier ein Resort mit Pool dazu, den wir benutzen dürfen. Außerdem gibt es eine kostenlose Fähre zur Hauptinsel Langkawi, die man in 15 Minuten von der Insel Rebak, in der die Marina liegt, erreicht. Den Ausflug werden wir mal unternehmen.
Heute Vormittag ging es weiter mit Waschen und Putzen und als um 11:30 Uhr verabredungsgemäß Mary Tatton kam, waren wir und die Venus vorzeigbar. Sie hat sich alles angesehen und sämtliche Unterlagen zur Veröffentlichung mitbekommen. Wir haben alles angenehm klimatisiert im Salon besprochen.
Da wegen Chinese New Year noch eine Woche die Arbeit ruht, wird auch unsere Anzeige erst in zehn Tagen veröffentlicht. So lange können wir noch ohne Bedenken wieder irgendwohin fahren zum Schwimmen. Danach wäre es ratsam, in die Marina zu kommen,  damit die Venus jederzeit besichtigt werden kann.

Langkawi Oriental Village

Wettermäßig war es heute günstiger als gestern, den Ausflug mit der Bergbahn zu unternehmen. Zwar wehte es ziemlich stürmisch, aber wir konnten vom Boot aus sehen, dass die Bahn in Betrieb war. Ein Taxi bekamen wir auch sofort, als wir an Land waren. Praktischerweise gibt es direkt bei der Marina eine große Tankstelle an der Straße und da konnten wir bisher immer eins abfangen.
Es war keine weite Fahrt zur Talstation der Bahn. Bei der Ankunft sahen wir allerdings schon viele Busse und Autos auf dem Parkplatz und uns schwante, dass wir am heutigen Feiertag wohl nicht die einzigen Besucher sein würden!
Die Talstation der Bergbahn liegt im sogenannten Oriental Village, einem Vergnügungspark mit Lokalen, Geschäften und einem Hotel.

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Wir haben uns zielstrebig durch die Anlage zur Talstation der Bergbahn begeben. Leider standen dort mehrere lange Schlangen von Menschen, um Fahrkarten zu erwerben und dann nochmal, um eine Gondel zu besteigen.

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Dort mochten wir uns nicht einreihen, sondern haben dankend verzichtet und die Fahrt auf einen ruhigeren Tag verschoben. Stattdessen sind wir durch das Gelände geschlendert und haben uns die Besucher bei allerlei Belustigungen wie Reiten auf einem geführten Pferd und beim Kutschefahren betrachtet.

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Das Amphibienfahrzeug, das immer in unserer Bucht auftaucht und eine Runde im Wasser dreht, kommt auch von hier.

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Nachdem wir eine Runde durch das Dorf gedreht hatten, haben wir uns zurückfahren lassen nach Telaga harbour.

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In der Restaurantmeile am Hafen konnten wir in einem klimatisierten, netten, kleinen Café sehr kultiviert zu Mittag essen.
Zu Fuß ging es um das Hafenbecken

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zurück zur Tankstelle und da zum Geldautomaten. Bei der Gelegenheit entdeckten wir dann noch im Shop eine frische Lieferung tiefgekühltes Vollkornbrot und Wurst. So war der Ausflug insgesamt doch ein Erfolg!

Fauler Tag

Das Wetter war heute nicht schön genug, um mit der Seilbahn auf den Berg zu fahren. Aussicht gab es nur auf dunkle Wolken und nachmittags hat es geregnet. Wir haben einen richtig faulen Tag an Bord verbracht. Ein bisschen geräumt und sortiert, Uwe am Computer, Gisela in der Achterkammer, aber die meiste Zeit haben wir gelesen. Was für ein Glück wir mit dem Wetter in Ko Kradan hatten! Jetzt ist es uns egal, wenn es regnerisch ist. Und dass es so kühl ist, dass wir Hemd und Hose angezogen haben, ist vorübergehend auch nicht schlimm!

Ausflug nach Kuah

Auch heute war der Himmel bewölkt und für unsere Fahrt nach Kuah ideal, weil es nicht so heiß war. Die Behörden hier in Telaga harbour hatten ohnehin geschlossen, weshalb wir uns direkt vom Taxi am Fährterminal von Kuah haben absetzen lassen. Da sitzen alle Beamten praktischerweise im selben Gebäude. Wir hatten Glück, dass sie nicht gerade die Passagiere eines ankommenden oder abfahrenden Schiffs abfertigen mussten, sondern wir die einzigen Kunden waren und alles schnell erledigt war.
Zu Fuß sind wir in ein schräg gegenüber gelegenes Einkaufszentrum zum Mittagessen und zum Einkauf von guter, zollfreier Schokolade gegangen. Danach führte ein weiterer Spaziergang durch einen Park am Wasser entlang zum Stadtzentrum.

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Wir sahen die Segelboote auf dem Ankerplatz von Kuah und das Wahrzeichen der Stadt, ein riesiges Seeadlerdenkmal beim Fähranleger.

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Während wir gingen, ertönte das Freitagsgebet aus dem Lautsprecher einer nahegelegenen Moschee. Als wir das Zentrum erreichten, war es nahezu ausgestorben und alle Läden geschlossen. Der zeitgleich einsetzende Regen trug zur Entscheidung bei, nach Telaga harbour zur Venus zurückzukehren. Auf dem letzten Stück Straße,  das sich in Serpentinen durch den Wald windet, sitzen immer Affen an kleinen Parkbuchten und warten auf Touristen, die anhalten und sie füttern. Unser Taxifahrer heute Morgen wunderte sich, als er von uns erfuhr, dass es in Deutschland keine Affen in freier Wildbahn gibt. Er fragte, ob es denn bei uns keine Wälder gebe. Unser Klima kann sich hier niemand vorstellen.

Ankunft in Telaga harbour

Noch vor dem Frühstück sind wir aufgebrochen! Zunächst an der Insel Tarutao entlang nach Süden in flotter Fahrt mit Motor und Segeln. Auf den Motor konnten wir bald verzichten und die Genua haben wir dann auch noch gerefft. Hoch am Wind und in ziemlicher Schräglage überquerten wir schnell die Meerenge zwischen Tarutao und Langkawi. Es war eine ziemlich sportliche Überfahrt, während der Uwe am Steuerstand aufpasste und Gisela gelesen hat. Irgendwann fiel ihr angenehm auf, dass ihr der Seegang nichts mehr ausmacht!
Bei der Ankunft in Telaga harbour war ein frisches Brot fertig gebacken, das wir uns zum Mittagessen haben schmecken lassen. Nach einer Mittagspause ging es an Land und mit einem Taxi zuerst zu einem Digi-Laden, um unsere SIM-Karten aufzuladen. Dann zu einem Geldautomaten und zum Einkaufen in den uns schon bekannten chinesischen Supermarkt. Wir bekamen genug Proviant für die Feiertage und sind beladen zurückgekehrt an Bord. Hier liegen wir vor Anker wie in Abrahams Schoß! Morgen wollen wir die Behördengänge erledigen und mal einen Taxiausflug zur Inselhauptstadt Kuah unternehmen.

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