Gisela und Uwe auf Langfahrt

So sieht’s aus

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Unser Aufbruch von der Venus im strömenden Regen wurde erträglich, weil Andrea uns dankenswerterweise zum Hotel mit dem Auto gefahren hat. Unser Zimmer durften wir länger nutzen als eigentlich üblich und so konnten wir noch duschen und mit trockener Kleidung auf die Reise gehen. Krishnan, unser Taxifahrer, war überpünktlich und hat uns am Büro der Busgesellschaft Star Shuttle in Sitiawan abgesetzt. Die Busfahrt verlief reibungslos mit zwei kurzen Pausen und dauerte fünf Stunden. In dem sehr schönen Flughafen angekommen,
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wurden wir direkt unser Gepäck los, obwohl der Flug erst 4 Stunden später ging. Erleichtert haben wir uns im Mac Café häuslich eingerichtet,  weil wir da unsere Smartphones laden konnten. Nach der Sicherheitskontrolle kam noch die Gelegenheit, in einer Bar frisch gezapftes, kühles Bier zu trinken und schon war die Wartezeit vorbei.  Pünktlich hob die Boeing der KLM ab und pünktlich sind wir 12 Stunden  später nach einem angenehmen Flug in Amsterdam gelandet. Unser Anschlussflug nach Düsseldorf ging nur 50 Minuten später, was wir trotz zweier Pannen im Dauerlauf noch geschafft haben. Erste Panne passierte, als uns der extra für die Leute mit knapper Zeit zum nächsten Flug eingesetzte Mitarbeiter das falsche Abfluggate genannt hat. Und die zweite Panne war, dass die Passkontrolle für die Eiligen nicht, wie versprochen, geöffnet war, sondern wir an einen Azubi gerieten, der eine gefühlte Ewigkeit brauchte. Wir waren schon zum zweiten Mal ausgerufen worden, als wir am Gate ankamen, unser Gepäck hatte es gar nicht geschafft. Das hat den positiven Aspekt, dass es uns gebracht wird und wir es heute nicht selbst in den vierten Stock schleppen mussten! Wir überlegen, in Zukunft nur noch knappe Anschlüsse zu buchen!
Der Tag ist ein bisschen seltsam heute, weil wir schon morgens um neun Uhr das Gefühl hatten, dass es Nachmittag sei. Wir lenken uns ab von der Müdigkeit mit Einkaufen und sitzen hinterher auf unserem Balkon in der Sonne. Es ist Sommer in Düsseldorf, was wir lange nicht erlebt haben und worauf wir uns gefreut haben. Nachher geht es zu einem Bierlokal, vor dem man draußen sitzen kann und in dem das selbst gebraute Altbier ausgeschenkt wird.

Der count down läuft

Pangkor Marina, Marina Island, Malaysia 04 12,663N 100 36,097E

Wir verbringen den Tag mit den letzten Aufräum- und Putzarbeiten. Die Taschen, die schon im Hotel sind, werden umgepackt für den Flug. Bei Akina im Marinabüro können wir ein paar Salben im Kühlschrank lagern und sie bekommt unseren Bootsschlüssel. Vorher war schon Shah bei uns, der Marinamitarbeiter, der sich um die Venus kümmern wird, während wir nicht hier sind. Der junge Mann hat viel zu erzählen, denn er ist frisch gewordener Vater.

Nachmittags bringt Gisela die übriggebliebenen Lebensmittel zu Andra von der Akka. Die beiden verabreden, dass wir noch ein Abschiedsbier am Abend zusammen trinken. Bei uns gibt es vorher Kartoffelsalat aus den letzten Kartoffeln und leckere Würstchen dazu.

Abschiedsabend in Pangkor Marina mit Andrea und Andreas26

Wir verbringen noch einen sehr unterhaltsamen Abend zu viert und die Zeit vergeht wie im Flug. So spät waren wir lange nicht im Bett.

Heute Morgen regnet es zum guten Schluss unseres Aufenthalts. Wir sind nochmal an Bord und Gisela wäscht den Kühlschrank aus, während Uwe sich um Wasserkonservierung und andere Dinge kümmert. Für 13:30 Uhr ist unser Taxi zum Bus in Sitiawan bestellt. Von da aus fahren wir ohne umsteigen zu müssen direkt zum Flughafen Kuala Lumpur, kurz KLIA genannt. Die Fahrt wird ca. 4 1/2 Stunden dauern, der Bus ist klimatisiert und soll sehr bequem sein. Unser Flug geht erst um 23:20 Uhr und morgen früh um 6 Uhr sollen wir in Amsterdam landen. Dann noch ein kurzer Hopps mit einem Flieger nach Düsseldorf.

Sonntag

Pangkor Marina, Marina Island, Malaysia 04 12,663N 100 36,097E

Auf dem Nachhauseweg gestern Abend sehen wir Kinder, die zur Feier des Tages mit ihren Eltern ausgegangen sind und die sich hinter dem Lokal auf einem Wasserbecken vergnügen.

Kinderbelustigung am Fährterminal Pangkor Island (2) - Kopie

Kinderbelustigung am Fährterminal Pangkor Island - Kopie

Während der Nacht kühlt es durch einen Wolkenbruch ziemlich ab und wir müssen heute an Bord nicht so schwitzen wie sonst. Uwe arbeitet unter dem Boot und entfernt die verbrauchten Anoden. Gisela putzt weiter und sortiert die Lebensmittelvorräte. Zwischendurch wird immer mal gechattet mit der Familie und mit Segelfreunden. Wir laden uns unsere E-tickets auf die Smartphones, um sie am Dienstag am Flughafen vorzeigen zu können.

Mittags kommt Joe vorbei, der uns schon einen Kostenanschlag für das neue Antifouling gemacht hat und jetzt noch einen für das Polieren des Rumpfs und der Edelstahlteile erstellen will. Dazu nimmt er Maß von der  Venus und Uwe und er besprechen noch ein paar andere Arbeiten, die anfallen, wenn wir zurück sind. Uwe will die Borddurchlässe verschließen lassen, die überflüssig geworden sind, weil wir keinen Generator und keine Dieselheizung mehr haben. Joe ist der Spezialist hier für GFK-Arbeiten.

Der Nachmittag vergeht mit lauter Kleinkram. Uwe versetzt zwei Kanister Diesel mit Dieseladditiven gegen Bakterienwachstum und wir füllen sie in unseren Reservetank um. Außerdem sammeln wir immer noch Sachen, die wir ins Hotel und nach Hause mitnehmen wollen. Ist jedesmal ein kleiner Umzug! So vergeht der Tag allerlei Arbeiten, unterbrochen von den Mahlzeiten. Gisela hat aus den restlichen Kartoffeln nochmal einen Kartoffelsalat bereitet, den es morgen gibt.

Landleben

18.7.2015
Pangkor Marina, Marina Island, Malaysia 04 12,663N 100 36,097E

Nachts geht es in letzter Zeit ziemlich laut zu. Immer wieder erschrecken uns laute Böllerschüsse, die wohl zu den Feiertagen, aber auch vorher schon zum Ramadan, gehören wie bei uns zu Sylvester. Zu allem Überfluss ist Gisela nachts von Brandgeruch geweckt worden und hat Angst bekommen. Sie hat Uwe geweckt und ist im Hotel herumgelaufen, um die Ursache zu finden. Muss aber von draußen gekommen sein.

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Wir wohnen in der zweiten Etage über dem LHT-Schild.

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Das Zimmer ist wirklich schlicht, der Fußboden gestrichener Estrich, die Dusche mit Klo hinter der Glaswand.

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Wichtig sind die Klimaanlage und dass es sauber ist! Es gibt auch keine weiteren Einrichtungen als die Zimmer und die Rezeption ist  nur tagsüber besetzt. Für uns optimal, weil wir ja nur dort schlafen wollen.
Uwe war früh noch einmal beim Arzt und es geht ihm viel besser! Er kann die Arbeiten unter dem Schiff heute in Angriff nehmen, die er sich vorgenommen hat. Das hebt die Stimmung! Gisela putzt weiter.
Außer uns werkeln die anderen auch auf ihren Booten. Andrea näht auf dem Vorschiff sitzend.

Andrea an der Nähmaschine

 

 
Mit ihr und Andreas trinken wir abends ein paar vorgezogene Abschiedsbiere draußen vor dem Lokal am Fährterminal. Jetzt, an den Feiertagen zum Ramadanende, herrscht überall Hochbetrieb. Die Parkplätze für die Fährenbenutzer zur Insel Pangkor sind brechend voll und den ganzen Tag wimmelt es von Menschen. Für die Kinder gibt es eine Unterhaltung, die offensichtlich Spaß macht:
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Arztbesuch

Wir lassen den Wecker um 6:30 Uhr klingeln, um an Bord zu gehen und zu frühstücken. Für 8 Uhr ist Krishnan mit seinem Taxi bestellt, der uns zu einem chinesischen Arzt bringt, der Uwe von seinen Schmerzen an der Halswirbelsäule befreien soll. Dr. Cheng macht eine manuelle Therapie und gibt Schmerzmittel. Danach lassen wir uns zur Aeon-Mall fahren, trinken einen Kaffee, bis geöffnet wird, und gehen zum Digiladen, um unseren Internetzugang bis zur Abreise Dienstag zu verlängern. Aeon selbst hat vormittags wegen des Feiertags zu Ramadanende geschlossen, aber die anderen Geschäfte sind geöffnet. Aus dem Supermarkt brauchen wir nichts mehr, wir hätten nur gerne noch nach ein paar Sachen gesucht, um zu wissen, ob es sie hier gibt oder wir sie aus Deutschland mitbringen müssen. Das fällt dann aus.
Als wir um 11 Uhr zurück sind an Bord, haben wir keinen Strom aus der Steckdose, wie eigentlich versprochen und bezahlt. Aber ein Anruf über UKW genügt und einer der Diensthabenden kommt und löst das Problem. Danach bringen die Jungs die letzten Stützen unter der Venus an und fahren den Wagen weg, auf dem sie gestern herausgezogen wurde aus dem nassen Element.
Der Nachmittag vergeht mit allerlei Arbeiten. Gisela putzt Messingsachen, Uwe fettet den Propeller, ein aufwändiges Verfahren mithilfe einer Spezialpresse, die das Fett in den Verstellpropeller drückt. Außerdem sucht Gisela die Kühlplatte, die wir nach Bali mitgebracht hatten, und die in eins unserer Kühlfächer eingebaut werden soll, wenn wir wiederkommen. Natürlich sucht sie wie immer viele Möglichkeiten durch bis zum Erfolg,  und der Schweiß fließt in Strömen! Aber im Großen und Ganzen ist es nicht so heiß ohne Klimaanlage,  wie befürchtet. Den ganzen Tag weht ein Lüftchen und da wir das Zelt schon früh wieder über den Salon  gespannt haben, ist es drinnen gar nicht unerträglich heiß geworden.

Venus kommt an Land

Heute ist also der große Tag!  Er beginnt aber ganz normal mit dem Cappuccino, Wäschewaschen und dann  dem Hochziehen des Dinghis auf’s  Vorschiff. Faizul kommt, als wir gerade fertig sind, und baut das Steuerelement vom Autopiloten aus, das Thorsten auf Mallorca zur Reparatur bekommen soll. Wir bekommen per Email den Kostenanschlag von Joe, der das neue Antifouling machen soll. Ist Gott sei Dank günstig! Faizul ist bereit, für unsere Versicherung einen Bericht über sämtliche Schäden des Blitzschlags zu schreiben und schon nachmittags trifft er per Email ein. Inzwischen hat Gisela zwei Brote gebacken, weil sie dazu keine Lust mehr hat, wenn an Land die Klimaanlage nicht mehr geht. Wir ruhen uns ein bisschen aus und gegen 15 Uhr rollen wir das Zelt ein. Dann kommen die Mitarbeiter von Bulat, bringen uns eine Probe von einem traditionellen Gericht, das man zum Fastenbrechen zubereitet und die Rechnung.
Kurze Zeit später bekommen wir über UKW Bescheid, dass wir am Slipwagen erwartet werden. Es ist eine kurze Fahrt vom Steg dahin, wir werden eingewinkt, auf den Wagen zu fahren und mithilfe von drei Männern darauf zurechtgerückt. Der Werftbesitzer James Khoo höchstpersönlich hält die Fernbedienung in den Händen und bald darauf hat die Venus ihr Element verlassen.

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Ihr Bauch wird gründlich mit dem Hochdruckreiniger bearbeitet, dann wird sie an ihren Stellplatz bugsiert. James’ Kinder gucken auch zu. Sie haben Schulferien.

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Zwei Stunden später ist die Venus mit Stützen vor dem Umfallen gesichert und alle dürfen Feierabend machen. Bis dahin sprechen wir mit unseren neuen Nachbarn, einem französischen Paar aus La Réunion und Andrea von der Akka.
Das Feierabendbier hat heute besonders gezischt! Zu essen gab es den zweiten Teil von gestern. Jetzt sind wir ziemlich zufrieden,  dass alles geklappt hat.

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